Hethiter:
Ein schriftkundiges indoeuropäisches Volk, daß gegen Ende
des 3.Jtd. vor Chr. in den anatolischen Raum einfiel und ein Großreich
errichtete. Seine Relikte kann man in ganz Anatolien bewundern, wie die
Hauptstadt Hattuscha kann man leicht besuchen. Ihr Einflußbereich
reichte von der Ägais bis nach Mesopotamien und Palästina.
Mit dem biblischen Pharao Ramses II (dem Großen) wurde um 1270
v.Chr. der erste schriftliche Friedensvertrag der Welt festgehalten.
Kurz darauf wurde die Kultur von den einfallenden „Seevölkern“ – darunter
Stämme der griechischen Dorer - vernichtet. Dem selben Ansturm der „Seevölker“ fiel
angeblich übrigens auch das berühmte Troja zum Opfer.
Kommagene:
Eine
politisch völlig unbedeutende regionale Kleinmacht im Südosten
Anatoliens. Einzig durch den Größenwahn eines der Herrscher
- Antiochios I, er starb 38 v.Chr. – bekannt. Sein monumentales
Grab auf dem 2150m hohen Gipfel des Nemrut Dagi ist ein Höhepunkt
unserer Reise. In der näheren Umgebung sind noch Reliefs und Statuen
sowie Grabhügel und eine voll funktionsfähige Römerbrücke
zu bestaunen. Kommagene wurde bald nach der Zeitrechnung von den Römern
in ihr Imperium eingegliedert.
Urartäer:
Antike indoeuropäische Hochkultur, deren Hauptstadt Tushpa im heutigen
Van wiederzufinden ist. Die Blütezeit des Reiches reichte ca von
900-500 v.Chr. Die Urartäer waren berühmt für Ihre Pferdezucht
und Baukunst (wovon wir uns auch überzeugen werden). Ihr Gebiet
reichte vom iranischen Orumiye-See nach Zentralanatolien und Syrien.
Gemeinsam mit den Assyrern machten nomadische Reitervölker (Kimmerier,
Skythen) der hoch-stehenden Kultur ein Ende. Die Urartäer lagen
im ständigen Streit mit den Assyrern und Babyloniern, die der semitischen
Sprachengruppe angehörten. Die Urform der semitischen Sprachenform
kam vermutlich von der arabischen Halbinsel, die heute wohl noch bekanntesten
Vertreter sind das Hebräische und das Arabische.
Ganz kurzer Abriß der Geschichte bis Atatürk:
Das türkische Staatsgebiet ist seit Menschengedenken besiedelt.
Neandertaler wüteten hier ebenso wie seine
ach so hoch entwickelten Nachfahren der Marke Homo sapiens. Eine der ältesten
Stätten der Welt –das ca. 8000
Jahre alte Catal Hüyük bei Konya kann man besichtigen. In der
Antike gehörte das Gebiet zur Wiege der Menschheit und Kultur. Nicht
umsonst entspringen ja die klassischen Kulturflüsse Euphrat und
Tigris in Anatolien.
Kulturvölker wie Hethiter, Phryger, Urartäer, Perser, Assyrer,
Babylonier, Parther und natürlich die allgegen-wärtigen Römer
wirkten hier und hinterließen ihre Spuren. Nur angedacht seien
solche klangvollen Namen wie Milet, Troja, Ephesos, Tarsus und Halikarnassos.
Nach der Spaltung des römischen Reiches wurde Konstantinopel (Istanbul)
die Hauptstadt des oströmischen Reiches und damit für Jahrhunderte
das Weltzentrum. Erst im 12.Jhd. zerbrach dieses Riesenreich unter dem
Ansturm der türkischen Reitervölker, die aus dem zentralasistischen
Steppen kamen. Als Wendepunkt wird die
Schlacht von Malazkirt 1071 angesehen, in der der „Löwe“ Alp
Arslan ein oströmisches Herr vernichtete und das
erste türkischstämmige Staatsgebilde errichtete.
Die Eroberer blieben und wurden Kulturbringer und –förderer.
In weiterer Folge festigte sich die osmanische Herrschaft derart, daß sich
ein Riesenreich entwickeln konnte, daß zweimal
(1529 und 1683) erst in Wien gestoppt werden konnte. Für Jahrhunderte
war das Osmanische Reich ein Machtfaktor in Europa und zudem auch lange
Zeit die beherrschende Seemacht der Welt.
Nichts währt jedoch ewig. Begünstigt durch das Erstarken der
westeuropäischen Kolonialmächte und des inneren Zerfalls endete
das Osmanische Reich in den Wirren des Ersten Weltkrieges. Ironischerweise
hatte gerade ein
in Griechenland geborener Türke – Mustafa Kemal Pascha – den
letzten Sultan abgesetzt und eine am Westen orientierte Demokratie mit
der Hauptstadt Ankara errichtet. Atatürk (der Vater der Türken)
war geboren.
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